Warum 8 von 10 Tools aktuell Müll liefern - und für Entscheider gefährlich sind.
KI-Sichtbarkeit messen? Warum 8 von 10 Tools aktuell Müll liefern – und für Entscheider gefährlich sind
In den letzten 6 Monaten haben wir viele Tools zur Messung der KI-Sichtbarkeit getestet – 10 davon detailliert und im Vergleich. Das Ergebnis ist klar: Von 10 Tools waren nur zwei weitestgehend fehlerfrei. Acht Tools haben unpräzise gemessen oder nachweislich falsche Daten geliefert.
Mehrfach waren bei „10 KPIs“ über 7 komplett falsch – das sind keine Interpretationsfragen, sondern Faktenfehler: angeblich blockiert die robots.txt KI-Crawler, obwohl sie es nicht tut; angeblich gibt es keine /llms.txt, obwohl sie existiert.
Das größte Warnsignal: NAP wird ignoriert oder frei erfunden
Besonders schlimm ist das bei NAP (Name, Address, Phone). Viele Tools
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ignorieren NAP komplett, oder
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melden falsche Daten, oder
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behaupten „nicht gelistet“ (z.B. „in 2 Kartendiensten nicht existent“, „in 8 Verzeichnissen nicht eingetragen“),
obwohl die Einträge korrekt, präzise und identisch gepflegt sind.
NAP-Konsistenz ist ein etabliertes Fundament für Local-Visibility und Vertrauen in Unternehmensdaten – wenn ein Tool hier patzt, ist der Rest meist genauso wackelig. (BrightLocal).
Hype trifft Bewertung: viel Geld, wenig Substanz
Parallel dazu werden diese „AEO/GEO/AI-Visibility“-Tools mit teils absurden Bewertungen gehandelt. Der Markt wird hochgejazzt, obwohl die Messqualität oft nicht einmal Basiskontrollen schafft. Auch Graphite beschreibt den AEO-Tool-Boom und dass viele Tools faktisch eher grundlegendes „Tracking“ als echte Optimierung liefern. (graphite.io).
Unser Befund nach 6 Monate Tests: 30 / 50 / 20
Wenn man die Tool-Outputs nach Realitätsbezug sortiert, ergibt sich häufig:
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30% kompletter Blödsinn: falsche KPIs, falsche Befunde, falsche Maßnahmen.
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50% Nebel: könnte irgendwann indirekt helfen – aber ohne Beweis, ohne klare Kausalität.
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20% Substanz: Faktoren, die nachvollziehbar mit KI-Auffindbarkeit zusammenhängen und in der Praxis objektiv wirken.
Was Geschäftsführer & Vertriebsleiter daraus ableiten müssen
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Keine Entscheidungen auf Scores.
Ein Score ohne Messmodell ist Marketing, kein Management-Instrument, kein Vertriebs-Impact. -
Ground-Truth oder raus!
Ein Tool muss harte Fakten sauber prüfen: robots.txt, Statuscodes, tatsächliche Existenz von Dateien, reale NAP-Listings. Wenn das nicht sitzt, ist alles danach wertlos! -
Achten Sie auf das Muster „Tool zeigt Fehler/Versäumnisse → Upsell hilft“.
Wenn der „Blödsinn-Teil“ zufällig immer zur eigenen Dienstleistung führt („du brauchst unser Paket“), ist das mindestens unseriös – und manchmal wirkt es wie Irreführung.
Fazit: Achtung Hype – und ja, Betrugsverdacht ist oft naheliegend
Wenn kostenpflichtige (teure) Tools wiederholt Falschaussagen liefern und daraus zahlpflichtige Maßnahmen ableiten, ist das kein „early market“. Das ist gefährlich – weil es Budgets in die falsche Richtung lenkt.
Wer KI-Sichtbarkeit ernsthaft als Vertriebshebel nutzen will, braucht keine bunten Scores, sondern prüfbare Fakten + saubere Methodik.
Der Autor (Dr. Reinhard Neudorfer) ist allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger und Fachbuchautor. Weitere Erfahrungen und Empfehlungen können gerne bereitgestellt werden. Rückfragen gerne unter: office@neukunden.at, oder +43 664 8860 5939. Bildquelle: mohamedhassan from Freerange Stock
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